10 Design Prinzipien von Dieter Rams

rams1Der Über-Designer Die­ter Rams hat 1993 im Rah­men einer Tagung 10 Design Prin­zi­pien auf­ge­stellt. Ich finde es inter­es­sant diese Prin­zi­pien ein­fach mal ganz frei in Bezie­hung zu dem zu set­zen, was im Bereich der digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­tion passiert.

Good design is inno­va­tive
Kaum ein Bereich bie­tet so viel Poten­zial für Inno­va­ti­ven, wie die digi­tale Kom­mu­ni­ka­tion. Doch wie oft sind digi­tale Kom­mu­ni­ka­ti­ons­lö­sun­gen wirk­lich inno­va­tiv? Und wie viele Desi­gner und Plan­ner gibt es über­haupt, die die­sen Anspruch glaub­haft erfül­len können?

Good design makes a pro­duct use­ful
“Usa­bi­lity” ist in der digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­tion auf jeden Fall ein grö­ße­res Thema und viele kleine Spe­zi­al­agen­tu­ren ver­die­nen hier­mit ihr Geld. “Use­ful­ness” ist jedoch mehr und darf nicht nur in for­ma­li­sier­ten UCD-Prozessen und aus­ge­la­ger­ten Tes­tings statt­fin­den, son­dern ist ein Anspruch der von Jedem der am Design­pro­zess betei­ligt ist mit­ge­tra­gen wer­den sollte.

Good design is aes­the­tic
Hier trennt sich in der digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­tion schon immer die Spreu vom Wei­zen. Viele reden von User Expe­ri­ence und Emo­tio­na­li­tät, aber nur wenige Agen­tu­ren in Deutsch­land krie­gen das auf hohem Niveau rüber. Erfah­rungs­ge­mäß ent­ste­hen her­aus­ra­gende Leis­tun­gen in die­sem Bereich oft mit Top-Freelancern und einem Crea­tive Direc­tor der auch das Hand­werk­li­che liebt. Wenn man nur im eige­nen Saft schmort und auf fluffy clouds schwebt ist das Gift.

Good design helps us to under­stand a pro­duct
Sicher­lich ein Bereich, in dem die digi­tale Kom­mu­ni­ka­tion das klas­si­sche Design ganz schön abge­hängt hat. Aber schon früh haben auch klas­si­sche Design­theo­re­ti­ker wie Gui Bon­siepe die Rele­vanz des Inter­face Design erkannt. Aber wer kennt in digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­agen­tu­ren noch Gui Bonsiepe?

Good design is unob­trusive
Ein inter­es­san­ter Aspekt, der bestimmt schon zu allen Zei­ten inter­es­sante Dis­kus­sio­nen mit den Auf­trag­ge­bern von Design-Lösungen aus­ge­löst haben mag. Unob­trusiv­en­ess im Sinne von “Unauf­dring­lich­keit” ist an sich ja durch­aus ein ethi­scher Wert, den man sich als Marke auf die Fahne schrei­ben kann. Aber kommt man da nicht schnell mit der Markt­be­ar­bei­tungs­stra­te­gie der“Marktdurchdringung” oder wie es man­che lie­ber sagen “Markt­pe­ne­tra­tion” in Kon­flikt? Nach Die­ter Rams ist pen­trie­ren­des Design auf jeden Fall “no good”.

Good design is honest
Was für ein Ideal. Agen­tu­ren, die das als Grund­satz ver­fol­gen, ohne sich dabei in die eigene Tasche zu lügen, möchte ich ken­nen lernen.

Good design is dura­ble
Gerade vor dem Hin­ter­grund der ange­spann­ten Welt­wirt­schafts­lage ist die Inves­ti­ti­ons­si­cher­heit in der digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­tion ein hoch­re­le­van­tes Thema. Braucht aber gute Bera­ter wel­che die Pro­bleme und Bedürf­nisse des Kun­den gut ver­ste­hen, und dann diese Erkenn­tisse auch noch durch den Ent­wick­lungs­pro­zess hin­durch tragen.

Good design is con­se­quent to the last detail
Kon­se­quenz kommt von dem latei­ni­schen  con­se­qui — fol­gen, errei­chen. Und Kon­se­quenz hängt in der digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­tion irgend­wie auch immer von der Stärke einer Vision oder eine Idee ab, die man bis in das letzte Detail durch­trägt. Die­je­ni­gen, die jedoch nur noch mit Zynis­mus und “nega­ti­vem” Prag­ma­tis­mus ans Werk gehen, soll­ten viel­leicht mal über die Kon­se­quen­zen ihres Tuns Nachdenken.

Good design is con­cer­ned with the environ­ment
Hier sehe ich für die digi­tale Kom­mu­ni­ka­tion nicht nur das Ökothema Umwelt, son­dern vor allem auch die Berück­sich­ti­gung der sozia­len Kon­texte, in denen Desi­gn­lö­sun­gen stehen.

Good design is as little design as pos­si­ble
Gutes Design steckt ein­fach in den Din­gen drin. Dabei ist Design mei­ner Mei­nung nach eine Denk– und Hand­lungs­hal­tung, die erst ein­mal  nicht im Zusam­men­hang mit Krea­ti­vi­tät, dem kost­ba­ren Treib­stoff der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­bran­che in Ver­bin­dung steht. Design Thin­king und Acting sind jedoch mei­ner Mei­nung nach wert­volle Res­sour­cen, die bei der Bewäl­ti­gung kom­ple­xer Auf­ga­ben in der digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­bran­che eine grö­ßere Stel­lung ein­neh­men soll­ten. Gerade wenn man mitt­ler­weile kon­ti­nu­ier­lich Sachen um ers­ten Mal macht.

Sind doch irgend­wie noch immer ganz fresh die 10 Design Prin­zi­pien des Herrn Rams.

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