Blinded by Design

ästhetisches gebrauchsversprechen

Die heutige Erlebnisorientierung des Designs (Experience Design) setzt per Definition die wahrgenommene Qualität als wichtigste Zielgröße fest. Für Designlösungen am Konsumentenmarkt mag dieses häufig auch in Deckung mit den Geschäftszielen sein. Wenn es aber um Lösungen für den internen Unternehmenseinsatz geht, besteht die Gefahr „fashionabler“ Ergebnisse, die in ihrem Gebrauchswert nicht das einhalten, was sie versprechen.

User Experience Designer müssen daher gerade im Enterprise-Bereich so manche Erfolgsstrategien des Consumer-Bereich kritisch reflektieren, um nicht als „Fashionistas“ ihren Wertbeitrag zu einem guten Projektergebnis zu mindern.

Der Design Theoretiker Fritz Haug hat 1971 in seinem Buch „Kritik der Warenästhetik“ den Begriff des „ästhetischen Gebrauchswertversprechen“ geprägt. Ebenfalls hat Haug beschrieben, wie der Mensch durch Anlegen erworbener Produkte sich selbst eine „ästhetische Anziehungskraft“ vorgaukle, und selber ein Opfer seiner eigenen Verpackung werden kann.

Die Eigenreflektion des Designers und seines „Gebrauchswertversprechens“ könnte ein guter Ansatzpunkt sein, um nicht nur im Consumer-Bereich strategisch relevant zu agieren.

// Jay – Flowers (CC BY 2.0)