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Schöner Wohnen

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Was eine Wohnung zur Heimat macht – mit dieser Frage hat sich der Schriftsteller und Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich 1965 auseinandergesetzt. Für ihn sind es nicht „schöne Möbel, nicht weiche Teppiche, nicht große Zimmer, nicht helle Fenster, nicht Lage und Kunst des Architekten“. Vielmehr fasst er seine Idee mit den Worten zusammen:

„Es ließe sich die Definition wagen, dass eine Wohnung durch die Verzahnung mit der Mitwelt zur wirklichen Heimat wird und bleibt, solange es nicht nur Gewohnheiten sind, die mich in sie zurückführen, sondern die lebendige Unabgeschlossenheit menschlicher Beziehungen, die Fortsetzung des gemeinsamen Erfahrens, Lernens, mit anderen Worten: eine noch offene Anteilnahme am Leben. Wo ich diese Mitmenschlichkeit finde, teilt sie sich dem Ort und seinen Gegenständen mit, entsteht so etwas wie eine gemütliche Atmosphäre.“
Wohnbedingungen sind für ihn Teil der Voraussetzung für das Erlebnis von Heimat und Freiheit.
„Geborgenheit, Heimat und Freiheit sind keine Himmelsgeschenke auf Dauer, sondern langsam sich verwirklichende Erfahrungsgestalten.“
Daher fordert er ein geduldiges Nachdenken über die Methoden, mit denen sich Menschen selbst als Sozialwesen gestalten. – Letztlich eine Gestaltungsaufgabe, die an Aktualität und Relevanz kein bisschen verloren hat.