Schlechte Muster im Design

anti-pattern

Der Einsatz von Pattern (Entwurfsmustern) ist in der Architektur und im Produktdesign eine weit verbreitete Methode.

Für das Webdesign beschreibt das Projektframework North aber auch sogenannte Anti-Pattern, die in einem guten Design nicht auftauchen sollen. Konkret werden drei kritische Bereiche benannt:

1. Dark Patterns

Hierunter sind Muster zu verstehen, bei denen der Nutzer bewusst ausgetrickst werden soll. Auf der Website darkpatterns.org gibt eine Übersicht und Dokumentation von solchen Mustern.

2. Signal to Noise Ratio

Hierbei geht das um das Verhältnis von Signal (=Content) zu Rauschen (=blendendes Beiwerk). Steven Bradley hat diesen Sachverhalt in einem interssanten Essay ausformuliert.

3. Outdated Patterns

Hier geht es um das kritische Aussortieren von Mustern, die sich aus vielfältigen Gründen oftmals sehr weit durchgesetzt haben. Brian Krall hat Anfang des Jahres in einem Artikel eine gute Übersicht von solchen Mustern inklusive alternativer Lösungsansätze beschrieben.

Obsolescence Programmée

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„Planned Obsolescence means instilling in the buyer the desire to own something a little newer, a little better, a little sooner than is necessary.“ (Brooks Stevens)

Frankreich hat ein Gesetz verabschiedet, dass es ermöglicht, Produkthersteller oder -importeure wegen „geplanter Obsoleszenz“ vor Gericht zu bringen. „Obsolescence programmée“ ist demnach als Betrugsdelikt zu behandeln und kann mit bis zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldbuße von bis zu 300.000 Euro bestraft werden. – Natürlich wird es in Praxis nicht einfach sein die geplante Obsoleszenz nachzuweisen, aber durch das Gesetz bekommt das Thema an sich einen höheren Stellenwert.

Auf Wikipedia findet sich zu dem Thema ein guter grundlegender Artikel.

Trash designed by Julien Deveaux

 

Politik des Schweigens

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„Die Schwierigkeit ist heute nicht mehr, dass wir unsere Meinung nicht frei äußern können, sondern Freiräume der Einsamkeit und des Schweigens zu schaffen, in denen wir etwas zu sagen finden. Repressive Kräfte hindern uns nicht mehr an der Meinungsäußerung. Im Gegenteil, sie zwingen uns sogar dazu. Welche Befreiung ist es, einmal nichts sagen zu müssen und schweigen zu können, denn nur dann haben wir die Möglichkeit, etwas zunehmend Seltenes zu schaffen: Etwas, das es tatsächlich wert ist, gesagt zu werden.“

(Gilles Deleuze – Mediators)


Multiply designed by Bohdan Burmich

Wutbürger

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Der Wutbürger. – Vor vier Jahren zugleich als „Wort des Jahres“ und „Unwort des Jahres“ ausgewählt. Maßgeblich von einem Spiegel-Redakteur geprägt und in einer der anschließenden, kritischen Debatten auch als „Fanatismus der Saturierten“ bezeichnet. Während in den Medien der Begriff des Wutbürgers immer für ein Gruppe stand, erforscht das Medien-Kunstprojekt „Wutbürger“ von Christoph Grünberger und Andreas Lutz (KASUGA Interdisciplinary Studio) den Wutbürger in seiner jeweils individuellen Wut-Sphäre und konfrontiert den Betrachter mit dem Scheitern einer Biografie. Weiterlesen

Managing Clarity

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Wie man klare, deutliche Unternehmenskommunikation erreichen kann, damit hat sich bereits 2011 eine Studie des =mcm institute der Universität St.Gallen befasst.

Unter dem Akronym „CLEAR“ wurden fünf Elemente benannt, die für die Zielerreichung unerlässlich sind. Neben dem herleitenden Bezug auf moderne Autoren im Bereich Kommunikation wie Thun, De Bono oder Maeda, wurde jedem Element auch ein klassisches Zitat zugeordnet.

Context

 “An idea is clear if and only if its extension has precise boundaries.”
Baruch de Spinoza (1632–1677)

Logical Structure

“Clear means recognizable as clearly distinct and made up of distinct parts.”
G.W. Leibniz (1646–1716)

Essential Elements

“Entities should not be multiplied beyond necessity.”
William von Ockham (1285–1347)

Ambiguity-free

“Clear means evident and distinct from other things.”
René Descartes (1596–1650)

Resonance

“You must put your hearers into the corresponding frame of mind.”
Aristoteles (384–322 BC)


Multiply designed by SuperAtic LABS


Welt und Entwurf nach Otl Aicher

der-entwurf-ist-das-erzeugen-der-welt

„der entwurf ist das erzeugen von welt, er entsteht dort, wo theorie und praxis aufeinanderstoßen. diese heben sich dann nicht gegenseitig auf. sie finden ihre entfaltung.

entwurf wird neben theorie und praxis eine neue eigene geistige dimension. die menschliche kultur läßt sich nicht länger auf denken und tun reduzieren. dazwischen schiebt sich, als eigene methodische disziplin, das entwerfen,

das entstehen dessen, was noch nicht ist, weder in der theorie noch in der praxis. im entwerfen erweisen sich beide als fundamente. der entwurf übersteigt theorie und praxis und eröffnet nicht nur eine neue wirklichkeit, sondern auch neue einsichten.

im entwurf nimmt der mensch seine eigene entwicklung in die hand. “

(Otl Aicher – die welt als entwurf)


World Map designed by Ana María Lora Macia