Hätt’ ich doch den Trend verpennt…

… ja dann hätte der eine oder andere Marketingentscheider vielleicht nicht so viel Geld auf einer Insel in Second Life verbuddelt.  Dieses Problem mit falschen Investments in Trends  hat vor kurzem auch der Mercedes-Benz Marketing Chef thematisiert:

“The hype can make it hard to see what really is great and where to invest online.”
(Anders Sundt Jensen – Mercedes-Benz)

Einer der großen Trendpäpste des 21. Jahrhunderts, der Amerikaner und “The New Yorker” Redakteur Malcom Gladwell, hat besonders die Trendproblematik bezüglich des Internets auf den Punkt gebracht.

“Im Internet wirkt der sogenannte Matthäus-Effekt (…): “Wer hat, dem wird gegeben”. Was im Internet erfolgreich ist, wird gleich noch erfolgreicher. (…) Durch das Prinzip der Verlinkung bekommen Ideen mit einem anfangs kleinen Vorsprung schnell einen riesigen Vorsprung.”

Durchaus kritisch ist jedoch die Tatsache, dass Gladwell selber gerne mal Ideen entfesselt, die er den dann ganz cool mal wieder einkassiert. In seinem Bestseller Tipping Point erklärte er sinkende Kriminalitätsraten mit einer Broken-Window Theorie. In einem Interview erklärte er dann dieses Jahr, dass er eine gewisse Blei-Theorie viel “interessanter” zur Erklärung des Phänomens finde. – Interessant, Herr Gladwell.

Was bleibt ist also der Bedarf nach einer systematischen und methodischen Trendforschung, die sich nicht allzu schnell von esoterischen Theorien verführen lässt, gerade auch wenn diese noch so plausibel und “sexy” klingen.


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