Bewusstsein für Brandingperspektiven

Ohne Erkennt­nis­ziel habe in neu­lich in “60 Minute Brand Stra­te­gist” von Idris Moo­tee her­um­ge­stö­bert und bin dabei auf eine für mich sehr inter­es­sante Sache gesto­ßen. Im Kapi­tel “Stra­te­gic Per­spec­tive of Bran­ding” weist Moo­tee auf die Rele­vanz von stra­te­gi­scher Branding-Theorie hin. Er macht aller­dings auch sofort klar, dass die­ses nicht von einem all­ge­mein­gül­ti­gen Ansatz abge­deckt wer­den kann und sieht die vier Basis-Ansätze Bran­ding by Plan­ning, Bran­ding by Imagery, Bran­ding bei Cust­o­mer Expe­ri­ence und Bran­ding bei Self-Expression.ways_of_branding

Bran­ding by Plan­ning
Die­ses zeich­net sich durch einen stark for­ma­li­sier­ten stra­te­gi­schen Pla­nunngs­pro­zess aus, des­sen Out­put in Form einer umfas­sen­den Mar­ken­stra­te­gie klar arti­ku­liert wer­den muss.

Bran­ding by Imagery
Hier spie­len Krea­ti­va­gen­tu­ren eine wesent­li­che Rolle, da eine Marke maß­geb­lich durch die Art und Weise wie Kom­mu­ni­ka­tion krea­tiv aus­ge­führt wird bestimmt wird.

Bran­ding by Cust­o­mer Expe­ri­ence
Hier steht die Gestal­tung von her­aus­ra­gen­den Kun­den­er­leb­nis­sen im Mit­tel­punkt. Das heißt, weni­ger Mas­sen­an­spra­che durch Wer­bung, son­dern die Ver­mitt­lung per­sön­li­cher, posi­ti­ver Erleb­nisse durch die Qua­li­tät von Pro­duk­ten und Services.

Bran­ding by Self-Expresion
Mar­ken wer­den nicht als Iden­ti­fi­ka­ti­ons­ob­jekte gestal­tet, son­dern als Tools oder Sta­tus­sym­bole, wel­che Kon­su­men­ten ihrer eige­nen Per­sön­lich­keit hin­zu­fü­gen bzw. sie durch diese ausdrücken.

Das Inter­es­sante ist, dass hin­ter die­sen vier Ansät­zen so unter­schied­li­che Denk­hal­tun­gen ste­hen, dass ich mich frage, ob diese auch auf Sei­ten der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­agen­tu­ren berück­sich­tigt wer­den. Mar­ken, die nach einem bestimm­ten   Branding-Ansatz ticken, wol­len natür­lich in ihrer jewei­li­gen Denk­hal­tung bedient wer­den und wäh­len sich viel­leicht auch gerade des­halb eine bestimmte Agen­tur aus.

Ich finde, an die­ser Stelle zeigt sich auch, wie wich­tig es ist Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zepte stra­te­gisch zu fun­die­ren, um nicht in eine krea­tive Sack­gasse zu lau­fen und vom Kun­den nicht ver­stan­den zu werden.

Dazu kommt noch ein wei­te­rer Aspekt. Auch wenn in der Pra­xis Mar­ken schwer­punkt­mä­ßig einen der vier Branding-Ansätze ver­fol­gen, so sind doch auch die drei jeweils ande­ren von Rele­venz. Die Bewer­tung die­ser Rele­vanz sollte sich eben­falls im stra­te­gi­schen Fun­da­ment wiederspiegeln.

Nun darf man natür­lich auch gerne den Ein­wand brin­gen, dass ein Groß­teil der all­täg­li­chen Auf­ga­ben in Kom­mu­ni­ka­ti­ons­agen­tu­ren nichts mit Bran­ding im engen Sinne zu tun hat und es dafür ja auch Spe­zia­lis­ten gibt. Jedoch zeigt die Erfah­rung, dass es zum einen immer genü­gend Kun­den gibt, die gar keine Branding-Strategie haben und man die­sen also unter der Hand sowieso immer eine mit­ver­kauft, und zum ande­ren auch das Ver­ständ­nis und die Anwen­dung der von Spe­zia­lis­ten ent­wi­ckel­ten Branding-Strategien eine Kunst für sich sein kann.

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