Fazinierend und zugleich unheimlich. Die französische Agentur Euro RSCG Paris hat die Maschine CAI entwickelt, die mit ein paar Infos gebrieft, eigenständig Werbeanzeigen generiert. Hierzu wurde die Software von CAI (Creative Artificial Intelligence) mit einer großen Menge bisheriger Arbeiten gefüttert und es wurden Algorithmen entwickelt, die basierend auf klassischen Briefinginfos zunächst eine Copy-Strategie entwickeln. Diese kann geprüft werden und im nächsten Schritt spuckt die Maschine dann nach einigen Sekunden drei Kreationsvorschläge raus. Die Ergebnisse sind dabei anscheinend beängstigend mittelmäßig gut. Für die Erbauer, die das Ergebnis nur als eine Werbesimulation sehen, zeigt sich hierin wie standardisiert und formal beschränkt der Großteil der Werbekreation ist. – Um sich aber nicht selber abzuschaffen, weisen die Pariser darauf hin, dass Neuartigkeit, Einfallsreichtum und Unvorhersehbarkeit wohl nicht so schnell in die Maschine implementiert werden können.
Zum Tod von Christoph Schlingensief, Held meiner Jugend.
” Warum ist es notwendig gewesen, auf die Erde zu kommen? Warum muss ich jetzt hier sein? Warum will ich ein Kind? Ich sehe ein Kind und denke: Mein lieber Mann, was hat dieses Kind noch für eine Scheiße vor sich? Was kommt da noch an Miet- und Bankverträgen aufs Kind zu? Wird es versuchen, seine AA-Wurst als Kunst zu verkaufen, oder eher einen Schreibtischjob machen und dort seinen Mist unters Volk bringen? Wie viele Leute wird dieses Kind später in seiner Fantasie umbringen oder vergewaltigen? Äußerst triviale Fragen, die nur dann konkret zu werden scheinen, wenn es um Ökonomie geht. Der Rest ist frei. Das ist Befreiung.”
Beim Creative Briefing ist das Eine das Dokument, der Prozess und Kontext in dem es ensteht das Andere. In einer schönen Präsentation zeigt Jasmin Cheng die Ergebnisse eines eigenen kleinen Researchprojektes zu diesem Thema und weist auf ein paar wichtige Punkte im Entstehungsprozess eines Creative Briefs hin.
Der Amerikaner Michael Anissimov hat auf seiner Website 20 Thesen aus dem Buch “In search of the human mind” von Robert J. Sternberg veröffentlicht, die sich damit beschäftigen wieso intelligente Leute scheitern. Dieses zu verhindern sollte für jeden Einzelnen selbst, aber auch jede Führungskraft eines der obersten Ziele sein. Die 20 Thesen von Sternberg sind hierzu eine gute Checkliste. Den ganzen Beitrag lesen…
Vor einem Jahr habe ich mir das wunderbar praktische Buch “Theorien” von Martin Seel gekauft. Ein besonders interessanter Absatz fand sich zu einem Gedanken genannt Sinatra-Doktrin.
“Es gibt einen eleganten Schachzug, das Auf und Ab des Lebens in eine Avenue der Einzigartigkeit zu verwandeln. Mann muss nur statt der durchwachsenen Lebenszustände den glorreichen Lebensweg, statt der Entscheidungen die Entschiedenheit, statt der eigenen Verfehlungen die eigene Freiheit bejahen: I did it my way.”
Mit einem in Deutschland Mitte der Neunziger relativ erfolgreichen Hit, haben die Sparks im Kontext des Sinatra-Doktrin Gedanken eine feines musikalisches Stück geliefert.
Wir notieren: Von Sinatra lernen, heißt Haltung lernen.
Tolle Dokumentationen als legale freie Downloads, das gibts bei VODO. Und eine ganz besonders sehenswerte ist “Fix The World” von The Yes Men. Die beiden haben es in den beiden letzten Jahren immer wieder geschafft sich in ihrer Mission des “Identity Correcting” als fiktive Unternehmensrepräsentanten in die Medien zu mogeln oder mal eine fiktive Ausgabe der New York Times produziert über die sogar Klaus Kleber in seinem Heute-Journal berichtete.
Die gelinkte New York Times sagt wiederum über “Fix The World” folgendes:
“Great fun! It takes some nerve, not to mention diabolical intelligence… to pull off the elaborate pranks devised by the Yes Men.”